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Fünfzehntes Kapitel

Full text: Unter Zigeunern / Zur Megede, Johann Richard (Public Domain)

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„Unsinn ... aber ernstlich, wie ...“ 
Der übrige Teil der Unterhaltung wurde sehr 
leise geführt. War es doch nicht für des Professors 
Ohren berechnet, der begierig den Köder verschlungen 
hatte. Er sah so komisch aus, der gute Mann mit 
seinem Spitzbauch, seiner Perücke, den unstet hinter 
den Kneifergläsern umherschweifenden Augen, wie er, 
ganz auf die Seite geneigt, noch ein Wort zu er— 
gattern suchte. Und die hübsche Lo, die bei Pre— 
digten und andern ernsten Dingen immer von lächer⸗ 
lichen Vorstellungen heimgesucht wurde — diesmal 
kam ihr beim Anblick des Professors der Gedanke 
an ein toll gewordenes Meerschweinchen — mußte 
sich umdrehen, um nicht loszuplatzen. 
Eine Pause entstand. Der Professor trat vor⸗ 
sichtig den Rückzug an. 
„Da geht er hin und singt nicht mehr!“ sagte 
Lo, als sie ihn eilig zwischen den Tribünen hindurch 
zum Ausgang steuern sah. Der Gelehrte hatte auf 
einmal die Befürchtung, seine schöne Frau könnte 
ihm bereits durchgegangen sein. Sein Renninteresse 
hatte sich sehr schnell verflüchtigt. 
„Das Mittel hat prompt gewirkt! Aber ich 
muß auch gehen, Gert ... Allzu spaßig ist es unter 
deinen Leutnants nicht. Dieser Sandow — ein 
Schafskopf!“ 
„Warte noch ein wenig. Ich habe meinen Wagen
	        
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