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Fünfzehntes Kapitel

Full text: Unter Zigeunern / Zur Megede, Johann Richard (Public Domain)

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nur des Totalisators halber den ersten Platz besuchten, 
johlten. „Feste, Numero siebzehn, feste!“ entgegnete 
ein reduziert aussehender Mensch, der auf das Pferd 
gewettet hatte. „Du machst's!“ Trügerische Hoffnung! 
Vor der Mauer lag der Rapphengst schon mit ihm 
Bügel an Bügel. Hinüber! Ein Jockey wurde 
im Bogen aus dem Sattel geschleudert. Zwei Tiere 
stürzten. Eine Sekunde später flog eine blaue Bluse 
genau an derselben Stelle über das Hindernis. Dem 
Grafen war es, als könnte er das klatschende Auf⸗ 
schlagen von Hufen auf den Körper der gestürzten 
Gäule oder das Knacken zertretener Knochen hören. 
Was kümmerte das die, die schon vorn waren. Aus 
dem wirren Knäuel rissen sich zwei Pferde wieder 
empor. Ein Brauner, reiterlos, mit verschobenem 
Sattel und nachschleifenden Zügeln, von der Hinter— 
hand rann ihm das Blut, und ein Bleßfuchs, dessen 
Reiter beim Sturz den linken Bügel verloren hatte, 
aber wie wahnsinnig mit der Rennpeitsche auf sein 
Pferd einhieb, um noch mitzukommen. Sie kamen 
näher. Man hörte es an dem leichten Dröhnen auf 
dem geschorenen Rasen. Reiter wie Pferde hatten 
sich in das Rennen verbissen. Die brutalen Instinkte 
der Menge, der jetzt in diesem rasenden, unmensch⸗ 
lichen Wettlauf es rot vor den Augen schimmerte, 
waren entfesselt. „Wieder einer unten!“ — „Der 
Jockey braucht auch keinen Doktor mehr.“ Nirgends
	        
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