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Vierzehntes Kapitel

Full text: Unter Zigeunern / Zur Megede, Johann Richard (Public Domain)

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„Sie auch! Berliner?“ 
„Ja! Doch was geht Euch das an? Erzählt 
mir lieber etwas aus Eurem vielbewegten Leben!“ 
—E — 
„Kommen Sie lieber ein bißchen hinter ins andre 
Zimmer! Ich habe Durst.“ 
„Ihr habt immer Durst! Da!“ Er reichte 
ihr sein volles Bierglas. „Trink, Blume!“ 
Sie nippte zögernd, mehr aus Höflichkeit, einige 
Tropfen und schüttelte sich dann. „Br... Br...“ 
„Dann scheint's mit dem Durst nicht so weit her 
zu sein. Ihr Weiber müßt doch immer betteln!“ 
„Betteln? Bah!“ Sie hielt ihm die ring— 
geschmückte Hand vors Auge. 
„Simili?“ 
„Sie verstehen wohl was davon! Das sind 
Geschenke von meinen Verhältnissen. Da kommen 
Sie nicht mit! Der mit dem Brillant in der Perlen— 
fassung kostet bei Werner fünfhundert Mark. Mein 
Schatz war damals Einjähriger bei den Garde— 
dragonern. — Das Armband mit dem Rokokobildchen 
hat mir ein Stammtisch zum Geburtstag geschenkt.“ 
„Die Stammtische kennt man! Ihr habt natürlich 
niemand davon näher gekannt?“ höhnte Lerden. 
„Sie sind scheußlich!“ Dann fuhr sie gleich— 
mütig in ihrer Aufzählung fort. „Sehen Sie den 
Türkis da? — Er ist von einem Grafen. Die Uhr“
	        
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