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Elftes Kapitel

Full text: Unter Zigeunern / Zur Megede, Johann Richard (Public Domain)

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binden,“ brummte Jäger. „Er war wohl nicht ganz 
nüchtern?“ 
„Ich denke doch! Uebrigens eine kleine Neigung 
für Stimulantien, ist das so verwerflich? Sonst 
warst du milder, teurer Onkel meiner Wahl.“ 
Der teure Onkel hatte allerdings alle Ursache, 
im Laufe des Gespräches seine hübsche Nichte zu 
verwünschen. Sie führte ihm so nett seine kleinen 
Alkoholorgien vor; dagegen zu machen war nichts. 
Denn ihre giftigen Pfeile, scheinbar unschuldig ins 
Blaue gerichtet wie die der Kinder, krafen nur zu 
gut, doch als er auch unangenehm wurde: „Worauf 
geht das nun eigentlich? Ich weiß gar nicht, welches 
Vergnügen es den Leuten macht, alles breitzutreten,“ 
gab sie empfindlich zurück: „Als ob solche Geschichten 
nur eure Domäne wären! Aber du kannst mir 
vielleicht auf die Sprünge helfen. Wer war doch 
der Held der Genevergeschichte?“ 
„Ich weiß nichts!“ 
„Es war Souper bei Lerden, nur Herren, und 
der Ritt um die Tafel, der dem guten Gert zwanzig 
seiner kostbaren Eichenstühle kostete, bereits absolviert, 
als man sich zufällig eines Fahnenflüchtigen erinnerte. 
der im Nebenzimmer, die Hand an einem Delfter Kruge, 
entschlafen war. Man beschloß, ihn ins Bett zu bringen. 
„Aber die Flasche kann er doch nicht mitnehmen!“ 
Kuchen! Alle Bemühungen umsonst. Wie ein fana⸗
	        
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