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Elftes Kapitel

Full text: Unter Zigeunern / Zur Megede, Johann Richard (Public Domain)

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Geschichte von den tausend von ihm sezierten Cholera⸗ 
seichen zu bringen. „Dir will ich deinen Schnaps 
noch recht gründlich versüßen!“ 
„Tausend!“ 
„Neunhundertneunundneunzig! Einen mußt du 
schon ablassen.“ 
„Rein, nicht einen!“ Er war maßlos eitel und 
diese Geschichte sein Tollpunkt. „Als ob ich je eine 
Unwahrheit gesagt hätte!“ 
„Beileibe nicht!“ 
Der „Salon“, den diese durchsichtige Ironie amü⸗ 
sierte, und der außerdem dem Doktor eine kleine 
Abfuhr gönnte, wußte nicht recht, warum sie plötzlich 
absprang. 
„Sie kennen doch den Doktor Rolt? — Inter⸗ 
essanter Mensch ...“ 
„Ob!“ meinte der Possendichter. „Seine Redens⸗ 
art: Ich habe nur zwei Passionen, die Weiber und 
die Jagd; aber auf der Jagd findet man das edlere 
Wild;, ist ja ganz vorzüglich.“ 
„Sie bringen mich da auf eine Geschichte! Also 
dieser Obereulenspiegel, der nie über Wien hinaus— 
gekommen und trotzdem im Kaukasus zwei Bären 
geschossen hat, gab einmal seine Spitzbergenfahrt zum 
besten. Es war so eine Art geistiger Elite 
versammelt, drei Leutnants, ich ... Die Jagd— 
geschichten waren im Gange, und Rolt, der bei seiner
	        
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