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Lenzes Gebot. Eine Pfingstgeschichte aus der Stadt

Full text: Der Held des Tages / Lindau, Paul (Public Domain)

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Paul Lindau 
„Und nun die Adresse recht deutlich: „Herrn 
Bernhard Meysendorf, Wiedener Hauptstraße. 
Eigenhändig. ...“ So! ... And noch eins. In 
einer Stunde geben Sie den Brief, bitte, auf — in 
einer Stunde!... Also morgen ganz bestimmt, 
um halb vier, pünktlich!... Kellner zahlen!“ 
Er gab ihr zum Abschied einen Kuß. Sie sträubte 
sich nun nicht mehr. Er stieg in einen gerade vorüber⸗ 
fahrenden Fiaker; als er sich an der Kreuzung um⸗ 
blickte, sah er die süße Kleine mit dem Täschchen in 
der Linken, wie sie ihm mit der erhobenen Nechten 
freundlich grüßend zuwinkte. 
Inzwischen war Amanda, die eheliche, in wachsen⸗ 
der Erregung durch die Stuben gelaufen. Sie hatte 
zwar Jean Paul nie gelesen, aber in einer ersten 
Wallung begegnete sie sich zufällig mit ihm, und 
wollte — wie der Held in „Katzenbergers Bade⸗ 
reise“ nach Maulbronn fährt, um einen Rezensenten 
durchzuprügeln — mit den nächsten Zuge nach Genf 
reisen, um dem berühmten Professor eine der ihr so 
handgerechten Watschen zu versetzen. Aber da es 
bis Breslau doch ziemlich weit war — sie hatte 
nämlich in ihrer Jugend in Liegnitz und Oppeln ge⸗ 
spielt und sich die Meinung gebildet, daß die meisten 
Städte in der Nähe von Breslau liegen — ver—
	        
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