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Der Held des Tages

Full text: Der Held des Tages / Lindau, Paul (Public Domain)

Der Held des Tages 
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sei, und daß die Herrschaften zum Diner ausgefahren 
seien, und daß der Herr Graf morgen wieder abreisen 
werde. Ich irrte mich nicht, wenn ich aus der Art 
und Weise, in der sie mir diese letzte Mitteilung 
machte, deutlich heraushörte, daß sie mir damit etwas 
Angenehmes sagen wollte. 
Auf einmal ging es wie ein elektrischer Schlag 
durch die Gesellschaft. Vom Ballsaal nebenan her 
klangen die ersten Takte der Polka mit dem poetischen 
Text: „Mein Herz ist wie ein Bienenhaus“, und 
so Männlein wie Weiblein erhoben sich nun von 
den Plätzen und drängten durch die engen Gassen 
zwischen den Tischen dem Eingang zum großen Saale 
zu. Fast alle dichtbesetzten Tische leerten sich im 
Nu. Die Freundin war mit dem jungen Mann 
wie in eine Versenkung verschwunden. Wir waren 
kaum noch zwanzig Personen in dem Saal, in dem 
vor zwei Minuten wohl an die hundertfünfzig fidel 
getafelt hatten. 
Nelly war offenbar etwas verlegen. Sie wagte 
nicht recht mich anzusehen. Ich bemerkte an ihr auch 
eine gewisse Unruhe. Sie schien auf irgend etwas zu 
warten. Von Zeit zu Zeit schielte sie nach dem Saale. 
Da trat ein Jüngling von nichts weniger als 
einnehmendem und vornehmem Außeren an uns
	        
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