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Betty. Ein Berliner Notturno

Full text: Der Held des Tages / Lindau, Paul (Public Domain)

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Paul Lindau 
Es gelang ihm in der Tat — und allein, denn 
die Blondine nippte bloß am Glase. 
Bis zu diesem Zeitpunkte waren die Angaben 
des Herrn, der vor mir saß, präzise. Über die Be⸗ 
gebenheiten, die nun folgten, lag in seinem Erinnern 
ein dichter Nebel; er sah nur noch verschwommene 
Umrisse. Es schwebte ihm so etwas vor, als ob er 
zur Zahlung der Rechnung noch einen Schein ge⸗ 
wechselt und nicht viel darauf herausbekommen hatte. 
Dann war er mit der jungen Dame spazieren ge⸗ 
fahren. Unterwegs muß er wohl eingeschlafen sein; 
er hatte keine Ahnung davon, wie lange die Fahrt 
etwa gedauert haben mochte. Er besann sich aber 
genau, daß er vor einem hellbeleuchteten Lokal, wahr⸗ 
scheinlich in der Jäger oder Taubenstraße, den Wagen 
hatte halten lassen. Trotz des sanften Protestes 
seiner anmutigen Begleiterin war er ausgestiegen und 
mit ihr in das etwas merkwürdige Lokal eingetreten, 
in dem ein Zitherspieler durch den trillernden Vor⸗ 
trag des Walzers aus dem „Lustigen Krieg“ für den 
Genuß der musikalischen Gäste sorgte. Dort hatte 
er bei einer herausfordernd liebenswürdigen Kellnerin, 
um seinen Durst zu stillen, noch eine Flasche bestellt 
und ziemlich schnell geleert. Dann hatten die beiden 
in einer Art von Hotel, das in der Nähe lag, und 
dessen Adresse wahrscheinlich seine Begleiterin dem 
Kutscher gegeben hatte, Einlaß gefunden; gleichzeitig
	        
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