Path:
Lisas Brautfahrt. Eine Geschichte aus der Adventszeit

Full text: Der Held des Tages / Lindau, Paul (Public Domain)

Lisas Brautfahrt 
175 
hörbar fügte sie hinzu: „Sie sollen bleiben! ... 
Denn ich habe Sie lieb.“ 
Christlieb blieb stehen. Er warf den Kopf etwas 
zurück, als habe ihn ein Unsichtbares vor die Stirn 
getroffen. Unsicher, zunächst fast vorwurfsvoll fragend, 
dann aber strahlend und fest fiel sein Blick auf Lisa, 
die glückselig vor ihm im Halbschatten stand, von den 
Sonnenblinken, die durch das Gezweige huschten, wie 
von tanzenden Goldtupfen besprenkelt; und sie sagten 
kein Wort weiter. Sie umschlangen sich und küßten 
sich herzlich. 
Onkel Geo war guter Laune, — er hatte endlich 
einmal Herrn von Freystetten im Pikett erschlagen — 
als ihm Lisa, mit etwas geröteten Wangen vom 
Spaziergange heimkehrend, sagte: „Das Wetter ist 
wundervoll... Du ... was ich Dir noch sagen 
wollte ... ich habe mich eben verlobt.“ 
„Mit wem denn?“ 
„Mit Christlieb.“ 
„Christlieb? Wer ist denn das?“ 
„Unser langer Doktor, Herr Cramer.“ 
„Du bist wohl verrückt geworden?“ 
— — ODas sagte auch einige Wochen später, als 
sich die unwahrscheinliche Mär in den Salons von 
Berlin Wverbreitete, die ganze Sippe der Bevor⸗
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.