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Ihre Lieblingseigenschaft am Manne. Eine Ostergeschichte

Full text: Der Held des Tages / Lindau, Paul (Public Domain)

Ihre Lieblingseigenschaft an Manne 123 
Rechten das Blatt schwenkte, warf sich ihm Georg 
in die Arme und drückte ihn fest an seine Brust, 
unfähig, auch nur ein Wort über die Lippen zu 
bringen. Wie in einem Anfall von Schüttelfrost 
schlugen ihm die Zähne zusammen, und als sie die 
Treppe hinabstiegen, mußte er sich auf den Arm 
seines Freundes stützen. 
Sobald der Wagen vor dem Polizeibureau in 
der Kronenstraße hielt, sprang Georg hinaus. 
„Warte noch eine Minute, bis alles in Ord⸗ 
nung ist.“ 
Horst schlenderte langsam auf der Straße auf und 
ab. Zu seiner Überraschung sah er seinen Freund 
allein das Haus verlassen. 
„Wie gut, daß ich dich gebeten habe, zu warten,“ 
sagte Georg, „es ist noch eine Kleinigkeit zu erledigen 
— eine bloße Formalität. Der Herr Präsident hat 
den Vorstand angewiesen, die Dame ohne weitere 
Feststellungen dem Überbringer dieser Weisung, Ne⸗ 
gierungsassessor von Tottleben, zu übergeben. Nun 
weiß der Leutnant aber von mir selbst, daß ich nicht 
Tottleben heiße. Also bitte, komm mit! Deine Visiten⸗ 
karte genügt als Legitimation.“ 
Während sie den Hausflur durchschritten, fügte 
Georg, wirklich bewegt, hinzu: „Ich darf dich 
übrigens versichern, daß wir beide dir von Herzen 
dankbar sind.“
	        
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