Path:
XI.

Full text: Der Holzhändler / Kretzer, Max (Public Domain)

197 — 
sellschaftliche Skandalgeschichten. Und sobald das Ge— 
spräch sank, wurde es von irgend einer Seite durch ein 
Witzwort neu belebt. 
Die Damen tauchten auf, um sich nach dem Be— 
finden der „Herrlichkeiten“ zu erkundigen, und ver— 
schwanden wieder nach einer Weile, nachdem die Brün— 
hilde, die ihr starkes Parfüm immer noch mit sich her— 
umtrug, eine Ägypter in Asche verwandelt hatte. 
Dulters, der während ihrer Anwesenheit heftig ge— 
qualmt hatte, schnupperte auffällig in der Luft herum, 
so daß ihn Niebusch sofort verstand. „Wonach riecht die 
Gnädige eigentlich?“ wandte er sich an Lux senior. 
„Mir steckt das Zeugs in der Nase, aber ich komme 
nicht darauf.“ 
Der Graf, der im Gegensatz zu Dulters wieder 
mit Behagen den erinnerungsreichen Duft einge— 
sogen hatte, zuckte wie zerstreut mit den Achseln. So— 
fort aber stieß ihn Arthur an und fiel lachend ein: 
„Papa denkt wieder an Olga, — wie hieß sie doch? 
Olga Ra — Radowska. Die war natürlich auch nur 
für Patschuli.“ 
Lur senior fuhr auf, wie jemand, dem plötzlich 
etwas Unangenehmes gesagt worden ist. Zugleich rief 
der Rittmeister: „Aber lieber Freund, Sie meinen's zu 
gut. Der Droppen gehört ins Glas, aber nicht da— 
neben.“ Er meinte Dulters damit, der, die volle Flasche 
in der Hand, Tollen wieder bedienen wollte und dabei 
das kleine Tischchen neben dem Ruhebett in eine 
Schwemme verwandelte. Ein Zittern hatte ihn gepackt, 
das seinen Körper von oben bis unten durchfuhr. Es 
war jener fürchterliche Zustand einer plötzlichen Er—
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.