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II.

Full text: Der Holzhändler / Kretzer, Max (Public Domain)

II. 
Die Stimmung durch den Sekt machte sich bald 
bemerkbar. Sein sprühender Atem verscheuchte die Mü— 
digkeit, und sobald er frisch im Glase perlte, regten sich 
die Lebensgeister der Gäste aufs neue, und dann schossen 
witzige, übermütige Bemerkungen über die Lippen. 
Dulters hatte echt Importierte mit „goldener Leib— 
binde“ kommen lassen. Unter einer Mark fünfzig das 
Stück rauchte man überhaupt nicht. Er ließ sich nie— 
mals lumpen. Döppel, der bekannte Traiteur, hatte 
es sich nicht nehmen lassen, persönlich auf der Bild— 
fläche zu erscheinen und die Kiste herumzureichen. 
In seinem tadellosen Smoking, die Tuberose im 
Knopfloch, trug er sein Burgundernasengesicht mit jener 
Vertrauensseligkeit zur Schau, die sich der Inhaber 
eines Restaurants ersten Ranges seinen Stammgästen 
gegenüber gestatten darf. Stets liebenswürdig und zu— 
vorkommend, vergaß er nie die Ehre zu schätzen, die 
ihm zuteil wurde, sobald er hin und wieder inmitten 
der „Uniform und des hohen Adels“, wie er sich aus— 
zudrücken beliebte, auf längere Zeit geduldet wurde. 
Er war schon dankbar dafür, wenn man ihn hier mit 
jener herablassenden Intimität behandelte, die außer— 
halb seiner vier Wände gewöhnlich zu verlöschen pflegte. 
Es war warm geworden in dem kleinen Raum.
	        
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