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XI.

Full text: Der Holzhändler / Kretzer, Max (Public Domain)

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verklingen lassen und die übliche, verlogene Aner— 
kennung entgegengenommen, wogegen sie sich mit einer 
großartigen Handbewegung verwahrte. 
Als Arthur in ihr strahlendes Gesicht sah und den 
Mann am Flügel erblickte, der ihm so unerwartet und 
unzeitig in die Quere gekommen war, kam etwas von 
jenem Löwenmut über ihn, den sein Vater bisher so 
sehr an ihm vermißte. „Aufrichtige Bewunderer ge— 
nießen auch von ferne,“ erwiderte er. 
„Wetten, daß Sie gar nicht wissen, was ich ge— 
sungen habe?“ 
„Aber mein gnädiges Fräulein Otti —.“ 
Die kleine Frau Herrmann, die sich, nachdem sich 
der Rittmeister in das Rauchzimmer zurückgezogen 
hatte, stark verwaist vorkam und den Konsul, der ihr 
allerlei Fadheiten sagte, im Innern für sehr „abge— 
standen“ erklärte, kicherte laut und steckte damit auch die 
Brünhilde an. Seit einer halben Stunde saß die Statt— 
liche an der Seite eines kleinen und zartgebauten 
Orientmalers, der seine sämtlichen ausländischen Orden, 
darunter den riesigen Medjidieh, angelegt hatte. 
„Wäre ich boshaft, so würde ich um ein sehr 
teures Gut wetten,“ flüsterte Arthur Otti rasch zu, 
„aber ich will nicht so leichtfertig über ein Menschen— 
schicksal entscheiden, wie Sie es heute getan haben.“ 
Und als er sah, wie sie verlegen die Augen nieder— 
schlug und rasch die Farbe wechselte, fühlte er seinen 
Mut wachsen, der noch erhöht wurde durch ein spöt— 
tisches Lächeln Passens. „Sie haben es ganz ent— 
zückend gesungen, dieses „Ma Normandie,“ schloß er 
laut, — „so ohne vielen Tamtam, einfach, wie der ganze 
seretzer, Der Holzhändler.
	        
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