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VIII.

Full text: Der Holzhändler / Kretzer, Max (Public Domain)

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testierte und mir eine schleunige Verfügung aufbrummte, 
die bis ans Reichsgericht ging. Was nutzte es mir, 
daß ich den Prozeß gewann. Der Borkkäfer hatte 
mittlerweile gehörig gebohrt und das ganze Holz krank 
gemacht, wie man zu sagen pflegt. Ich mußte in den 
sauren Apfel beißen.“ 
„Konnten Sie ihn denn für den Schaden nicht 
haftbar machen?“ 
Dulters lachte kurz auf. „Da ist nicht mehr viel 
zu holen, mein werter Herr Graf. Wie wo anders 
manchmal auch nicht. Da spart man lieber die Rechts— 
anwaltskosten.“ 
Sie waren wieder allein und konnten ungeniert 
reden. Graf Lux hüllte sich eine Weile in Schweigen, 
unangenehm berührt durch das „wie wo anders“. Am 
Ende glaubte dieser Protz, daß bei ihm, dem Besitzer von 
Luxfelde und von Ostendorf, auch nichts mehr zu holen 
sei. Dann hätte er sich aber doch wirklich geirrt. Am 
liebsten hätte er ihm das sagen mögen, aber nach Ka— 
valierart mußte man manche Dinge überhören, die an 
Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. 
Sie wurden abermals gestört. Diesmal war es 
Herrmann, Dulters' Prokurist, ein eleganter Herr, noch 
in den besten Jahren, der hereintrat und durchaus drin— 
gend mit seinem Chef zu sprechen hatte. Er begrüßte 
den Grafen mit einer tiefen Verneigung, während Dul— 
ters ihn mit einem kräftigen Händedruck empfing. Lux 
trat diskret in die äußerste Ecke am Fenster, Dulters 
jedoch bat um Entschuldigung auf einige Minuten und 
zog sich mit seinem Prokuristen in das Vorzimmer 
zurück, das als Warte- und Anmelderaum diente und
	        
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