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Fünftes Kapitel

Volltext: Die Verkommenen (Public Domain)

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„J, Gott bewahre, ich müßte es doch sonst wissen.“ 
Die anderen stießen sich bedeutungsvoll an und zwinkerten 
sich mit den Augen zu. 
Merk war das eine Beruhigung. Im Augenblick ver— 
gaß er die hinter ihm liegende Zeit und dachte jetzt nur noch 
an die Zukunft. 
„Na, denn Prosit auf dein Wohl! Laß die bösen 
Tage zu allen Teufeln gehen!“ Jakob ergriff das Glas 
und stieß mit ihm an. 
„Prosit! Merk, auf dein Wohl! Na, und du, Kaul— 
mann, auch dein Glas her.“ 
Merk konnte nicht mehr zurückstehen. Die aufrichtige 
Teilnahme der Zechgesellschaft, die veränderte Stimmung, 
die sich seiner bemächtigte, das innere Drängen, zu irgend 
einem guten Freunde sein Herz ausschütten zu können, 
das Bewußtsein, daß alles wohlauf und munter in seiner 
Familie sei, die ganze, ihn wie ein Rausch in den Bann 
nehmende Behaglichkeit eines erwärmten Zimmers in— 
mitten guter Kameraden, der Mut, der ihn wieder beseelte, 
mit doppelter Kraft den Kampf ums Dasein aufzunehmen, 
— alles das vereinte sich in dem dampfenden Glase zu 
einem Magnet, der Hand und Mund anzog. 
„Prosit !“ stimmte er mit ein. Schon das erste Glas ver⸗ 
setzte ihn in eine andere Laune. Er könne doch jetzt wenig⸗ 
stens den Mund auftun, meinte Kaulmann zu dem Maurer. 
Dann drang Jakob in Merk, etwas aus seiner Gefängnis— 
zeit zum besten zu geben. 
„Ach, laß doch, ich mag nicht mehr daran denken,“ gab 
Merk zurück, während sein Gesicht sofort den alten, düstern 
Anflug bekam. Am Ende, als Jakob durchaus nicht nach⸗ 
geben wollte, wurde Merk verdrießlich. Man solle ihn doch 
jetzt wenigstens in dieser heiteren Stunde damit zufrieden 
lassen. 
Dabei griff er wieder zum Glas und trank übermaäßig 
fchnell. 
Die anderen meinten, Merk habe vollkommen recht,
	        
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