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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Nu ja, warum soll se nich tanzen?“ fragte 
Behr. „Sie tanzt ja nichts Unanständiges,“ 
Heildorf empfand eine arge Übelkeit. Sie 
wird nicht tanzen, sie darf nicht! Aber die 
Mutter wird sie quälen. Ich werde es nicht 
dulden! Halb vor sich hin murmelte er das. 
Adolf klopfte ihm auf die Schulter: 
„Reiß dich zusammen, August, und geh’.“ 
„Wenn du wüßtest, rietest du anders.“ 
„Ich weiß, und darum eben wiederhole ich, 
geh!“ 
„Was weißt du?“ fragte er schnell und er- 
staunt. 
„Daß du deine Wette gewonnen hast. Was 
willst du also hier noch? Du verrätst dich nur 
durch dein auffälliges Benehmen, dich und sie.“ 
„Du hast recht, ich werde gehen.“ 
Aber im selben Augenblick zogen zwei Diener 
die Flügeltüren zum Speisesaal auseinander. 
Behr rief: 
„Geben Sie acht, meine Herrschaften!“ Und 
im Hintergrunde des fast dunklen Saals, der 
von einer Wand zur andern, bis beinahe zur 
Decke hinauf mit schwarzem Tuch bezogen 
war, sah man die durch schwaches Licht nur 
diskret angedeuteten Linien der Frau Traute, 
die nach dem Muster einer Frankenthaler Por- 
zellantänzerin gekleidet und nicht eben glück- 
lich über Haupt und Schultern einen schnee- 
weißen Shawl von venezianischen Spitzen ge- 
worfen hatte. 
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