Path:
I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

nießen ohne Maß und Überlegung habe ich 
nicht gesprochen, und gar Ihre Frau Mutter 
Ihnen als Vorbild zu geben — Sie nehmen’s 
nicht übel —, hat mir gänzlich fern gelegen. 
Sie sollen Stellung: zur Welt und zum Leben 
gewinnen; aus sich selbst heraus und unter 
meiner Leitung, und ein Verbrechen gegen sich 
selbst begehen Sie, wenn Sie dann auch nur 
ein einziges Mal gegen Ihre Überzeugung ver- 
stoßen, ganz gleich, aus welchem Grunde. Und 
sehen Sie, diese Überzeugung, der Sie, 
solange Sie leben, treu zu bleiben haben, ist 
Ihr Gewissen — Sie glaubten, ich wäre dafür, 
daß Sie es ausschalten wie Ihre Mutter, oh 
nein! Der wesentliche Faktor in Ihrem Leben 
soll es sein, daher kann es auch nicht aus 
der Kinderstube übernommen, sondern muß 
durchs Leben errungen werden.“ 
Er fühlte deutlich, wie Hildes Zuversicht 
wuchs. 
„Nicht furchtsam sein,“ sagte er, und nahm 
leicht ihre Hand, die auf dem Schoße lag; 
„nur wer alles wagt, kann alles erringen.“ 
„Ich will es tun“, sagte sie fest und ließ ihm 
ihre Hand. 
„Ich will Sie führen, und will Sie lieb haben, 
Hilde,“ dabei drückte er ihre Hand fester; 
wollen Sie in allem mir gehorchen?“ 
Er rückte näher an sie heran und sie fühlte, 
wie er sie leicht berührte. „So lieb will ich Sie 
haben, Sie sollen alles vergessen, wenn Sie 
81
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.