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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Aber gewiß; nur müssen sie so sein, daß 
sie unbekümmert um alle Dinge des Herzens 
bestehen können.“ 
„Das sollte möglich sein? Vielleicht bei 
kalten Naturen, aber“ — sie errötete leicht — 
„Nicht bei mir.“ 
„Umgekehrt; gerade Menschen wie Sie wer- 
den ihrer Leidenschaft manche glückliche 
Stunde verdanken, die kalte Menschen niemals 
kennen lernen. Warum sie sich also durch 
selbstgeschaffene Gesetze erschweren? Warum 
vor jedem Genuß warnend die Hand erheben: 
das darfst du nicht, denn es verstößt gegen 
deine Prinzipien. Indem Sie gegen diese an- 
kämpfen, zeigen Sie schon, daß sie falsch sind. 
— Ja, was suchen Sie denn? Doch das Glück? 
Aber erst, wenn Sie alles kennen, aber auch 
alles, was die Welt Glück nennt, und es gibt 
Ihnen nichts, dann erst dürfen Sie die Re- 
signation zum Prinzip erheben.“ 
„Und wenn ich dann an einem Leben in Saus 
und Braus, ohne jeden Inhalt, Gefallen und 
nicht mehr heraus fände, vielleicht nicht mal 
heraus will? Was dann?“ 
„Dann sollen Sie in Gottes Namen so weiter 
leben und nicht verlogen gegen Ihre Natur an- 
kämpfen und nach Idealen langen, die Ihnen 
zwar edel, aber doch höchst unbequem er- 
scheinen‘; und mit Nachdruck fügte er hinzu: 
„wenn Sie sich in diesem Leben aber wohl 
fühlen, so entspricht es eben Ihrer Veranlagung 
„4
	        
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