Path:
I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

dem man diejenigen der Lächerlichkeit preis- 
gibt, die bisher in Geltung und Ansehen 
standen. 
Er lenkte also ein und stellte sich Frau Deutz 
gern zur Verfügung, sobald es sich um Arme 
und Kinder handelte, denen ohne Frack und 
festliche Veranstaltung zu helfen sei. Und er 
gab der Gesellschaft ihr Gleichgewicht und bald 
auch die frühere sichere Haltung zurück, indem 
er den neuesten Klatsch vom Hofe zum besten 
gab und breit die Episode von der Zuckerbüchse 
erzählte, in die ein Offizier bei einem Mahl 
des Prinzen Leopold mit dem Finger griff. 
Und welche Komplikationen daraus entstanden 
seien. Und daß man eben beizeiten lernen 
müsse, mit der Zuckerzange umzugehen. 
So kehrte die Stimmung zurück, wenngleich 
der eine und andere auch dies wieder persönlich 
nahm und auf sich bezog. 
Daß er Hildes Arm nahm und sie zu Tische 
führte, war nur selbstverständlich. 
„Das war tapfer von Ihnen“, sagte Hilde und 
dachte, wie geborgen sich eine Frau unter dem 
Schutze dieses Mannes fühlen müsse. 
„Schlimm genug, wenn sich die Gesellschaft 
heutzutage so aufführt, daß ein besonderer Mut 
dazu gehört, um ihr die Wahrheit zu sagen“, 
erwiderte Helldorf. 
„Ich bekomme sie hier nie zu hören“, ent- 
gegnete Hilde. 
„Das glaube ich Ihnen gern.“
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.