Path:
I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

einzige, die frei und ohne Scham dastehen und 
ihm in die Augen blicken durfte. 
„Wohlzutun“, verbesserte Frau Traute ihre 
Tochter. 
„Nein, aber eine Rolle zu spielen, Hofluft zu 
atmen, von sich reden zu lassen oder gar, und 
das ist das Ziel höchster Opfer wert, im Zu- 
sammenhange mit Leuten genannt zu werden, 
die gesellschaftlich höher stehen als sie selbst“, 
erwiderte Hilde. 
„Als gleichberechtigt anerkannt aber werden 
sie nie, und trotzdem werden sie ewig wie die 
Lakaien vor ihnen herumkriechen‘“, stimmte 
Helldorf ihr bei. 
„Gewiß werden sich die gesellschaftlichen 
Gegensätze niemals ausgleichen lassen“, meinte 
Frau Deutz. 
„Sollen sie auch nicht. Es wäre gräßlich, 
wenn diese Kriecher und Streber auch schließ- 
lich noch Erfolg haben sollten.“ 
„Der ganze Witz wäre verdorben‘“, meinte 
Fritz Krohn, der zu glücklich über diese Hell- 
dorfiade war, um länger den Mund halten zu 
können. . 
„Es soll nur jeder da bleiben, wo er hin- 
gehört,“ meinte Helldorf, „und dann, wenn sie 
wüßten, wie lächerlich sie sich gerade da 
machen, wo sie wirken wollen.“ 
Abermals suchte Frau Deutz zu vermitteln, 
doch Helldorf ließ es nicht zu. 
nn
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.