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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

schaft aufzudrängen, in die man nicht hinein- 
gehört. Die Rolle des Geduldetwerdens, die 
man dann spielt, setzt völligen Mangel jeder 
Selbstachtung voraus. Wenn man sich das 
Recht oder besser die Möglichkeit aber gar mit 
Geld erkauft wie hier, so ist das sicher nur 
etwas für Leute mit niedriger Gesinnung.“ 
Die letzten Worte sprach Helldorf laut. Alle, 
die sich getroffen fühlten — und außer den 
Schriftstellern, Künstlern und Hilde waren es 
alle — standen starr, wie vor einer Katastrophe, 
der zu entrinnen es keine Möglichkeit mehr gab. 
Obschon Frau Konsul Deutz ihm mit Freuden 
die Hand gedrückt und für diese Worte, die in 
die Verlegenheit dieser Gesellschaft hell wie 
die Sonne in ein dunkles Versteck von Ver- 
brechern hineinleuchtete, gern gedankt hätte, 
mußte sie doch weiter Komödie spielen und 
meinte: 
„Sie werden niemand sehen, der Ihnen ge- 
sellschaftlich unerreichbar wäre.“ 
„Ich lehne seit Jahren jede Bekanntschaft 
im Klub und auf Reisen mit Leuten ab, bei 
denen ich vermuten muß, daß sie mich für be- 
stimmte Zwecke oder in einem bestimmten 
Milieu freundschaftlich behandeln, mir aber 
Ihre Salons entweder ganz verschließen oder 
mich doch nicht für voll ansehen.“ 
„Das alles sind doch aber Dinge, die bei 
Ihnen gar nicht in Frage kommen.“ 
Die Situation war auf das äußerste gespannt, 
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