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Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Zweck erfüllt“, lächelte Frau Traute und war 
zufrieden. 
„Ich dachte, es wäre für die Armen?“ warf 
Helldorf ein. 
„Gewiß!“ meinte Frau Deutz etwas verlegen. 
Einige besonders ehrgeizige Damen, die an- 
fangs ziemlich abseits standen, waren unauf- 
fällig der kleinen Gruppe näher gerückt, so 
daß sie sich an dem Gespräch beteiligen 
konnten. Sie wetteiferten in dem Verlangen, 
auch ihrerseits für den Bazar beisteuern zu 
dürfen. Frau Konsul Deutz akzeptierte mit ver- 
bindlichem Lächeln, auf dem doch leise Ironie 
lag, bis sie fast beschämt abwehrte: „Kein Platz 
mehr, meine Damen, unmöglich.‘ 
Hilde stand starr. Wie bereitwillig sich die 
Hände jetzt öffneten. Erst gestern hatte ihre 
Mutter einen alten Bettler, der um nichts weiter 
als ein bißchen warmes Essen gebeten hatte, 
aus dem Hause gejagt und kreischend ge- 
schrieen: „Jetzt bedreckt einem das elende Pack 
noch die Läufer! Hinaus mit Ihnen!“ Und 
dieselben Damen, die sonst mitleidslos alles, 
was nur von weitem an Armut erinnerte, voll 
Ekel von sich fernhielten, wetteiferten jetzt 
darin, „die Not anderer zu lindern“. Denn so 
stand’s ja wohl in dem Aufrufe, den das Ko- 
mitee versandte.. Die Damen, deren Bitten, zu 
dem Bazar beisteuern zu dürfen, von Frau Ge- 
neralkonsul Deutz gnädigst erhört worden 
waren, bildeten festlich gestimmt einen kleinen 
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