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I. Teil IV.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

wie ein Brett, am oberen Rande etwas breiter 
als die Stirn mit einem leichten Kranz weißer 
Blüten. „Wissen Sie, was ich meine, Lincke?“ 
„Ich komme nicht zur Aristokratie‘“, gab er 
zur Antwort, versuchte aber, ihren Gedanken 
zu folgen und überzeugte Hilde schnell, Frau 
Traute nur langsam von der Unmöglichkeit 
dieser Zusammenstellung. 
„Wie im Unterrock mit Abendhut“, meinte 
Hilde. 
„Aber ich dachte es mir doch so schön, wie 
die Prinzessin Lamballe,‘“ erwiderte Frau Traute 
fast traurig wie ein Kind; „doch es paßt wohl 
wirklich nicht.“ Dabei entwickelte sie schon 
wieder einen neuen Gedanken. 
„Lassen Sie mich mal probieren.“ Und sie 
trat hinter ihre Tochter, die sich eben vor einem 
schmalen, dreiteiligen Standspiegel niedersetzte. 
Sie verband das aufgelöste Haar mit Flechten, 
nahm von jeder Schulter her eine Flechte nach 
vorn und verband beide am Ansatz des Busens 
durch einen alten Schmuck. . 
„Wie Bella Simonetta!“ rief sie. „So müßte 
dich d’Annunzio sehen, und du würdest ihn 
begeistern, wie Medicis Geliebte einst Polizian 
begeistert hat!“ 
Sie stürzte in ihr Boudoir, öffnete ihren ei- 
sernen Schrank und suchte eilig, immer das 
schöne Bild der Tochter vor Augen, unter ihrem 
Schmuck einige ihr passend erscheinende 
Stücke heraus. Sie nahm den Schmuck aus den 
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