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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

IV. 
Bei Frau Behr, verw. Simon, geb. Berger, war 
man heute gänzlich aus dem Häuschen. Man 
versuchte auch nicht anders zu scheinen, als 
man war. 
Dem Friseur, der auf eine Stunde früher be- 
fohlen war, und der sich, um sein Benehmen 
danach einzurichten, stets beim ihm öffnenden 
Diener nach dem „Befinden“ der Gnädigen er- 
kundigte — kam man heute wie einem alten 
Freunde entgegen. 
„Lincke, heut ist ein großer Tag,“ empfing 
sie ihn, „und wer weiß, vielleicht wird ihm bald 
ein noch größerer folgen. Also machen Sie 
mich und meine Tochter so schön, wie Sie es 
irgend können.“ 
„Es freut mich, die gnädige Frau in so guter 
Stimmung; zu sehen. Darf man fragen, was der 
Grund ist?“ 
„Man darf“, und sie wies auf das Tischchen 
neben der Frisiertoilette, auf dem ein großer 
blauer Briefbogen ausgebreitet lag. „Lesen 
Sie 16 
„Ich bin so frei.“ 
Und er las laut: 
Hochverehrte gnädige Frau! 
Ich bitte von Ihrer Erlaubnis Gebrauch 
machen und am Dienstag einen guten Freund 
in Ihr Haus einführen zu dürfen. Bedarf es 
auch keiner Versicherung, daß der junge Mann 
die Qualitäten besitzt, die ihn und mich zu 
AR
	        
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