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II. Teil VII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

sträubt, als man sie chloroformieren wollte: 
„Ich werde das höchste Glück empfinden, und 
Sie könnten es über’s Herz bringen, mich da- 
gegen unempfindlich zu machen ?“ 
Und die Ärzte gaben nach. Sie lag ruhig; und 
rührte sich nicht und niemand hatte sie zu 
halten brauchen, als der Chirurg das Leben 
der Mutter und des Kindes in seiner Hand hielt. 
Dupuy und die Schwestern wichen wie vor 
einem Wunder zurück, als sie sie auch jetzt 
noch lächeln sahen. 
„Lebt es?“ fragte Dupuy leise, und ehe der 
Chirurg noch Antwort gab, hauchte Hilde 
leicht: 
„Es lebt.“ 
Und als sich Dupuy darauf über sie beugte, 
um ihr zu sagen, daß es ein Knabe sei, lächelte 
sie noch immer, nickte mit dem Kopfe und 
flüsterte nur: 
„Ich weiß.“ 
© © 
Das Kind war lebensfähig, aber schwach. Da 
jede Erregung für Hilde mit Gefahr verbunden 
war, so litten die Ärzte in den ersten Tagen 
nicht, daß sie das Kind zu sehen bekam. Hilde 
träumte viel und ihre Züge verklärten sich, 
sobald sie die Stimme ihres Kindes hörte, das 
im Nebenzimmer untergebracht und einer 
Avignoner Amme anvertraut war. ; 
Wenn es ein paar Stunden ruhig war oder 
schlief, dann geriet Hilde in Angst. 
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