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I. Teil III.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

tägliche Besuche beim Schneider, sein Stiefel- 
klapps und seine Sammlung seidener Strümpfe 
waren längst ein beliebter Gesprächsstoff der 
jungen Damen. 
„Oder für Ehebruch“, warf ein Dritter da- 
zwischen. 
„Der gilt wohl allgemein als stillschweigend 
vereinbart“, grinste Helldorf, schob seinen gol- 
denen Zwicker wieder in die richtige Lage und 
ließ dabei Freudenheim, den er nicht ausstehen 
konnte, nicht aus den Augen. 
„Höchstens doch für die Männer“, sagte mit 
Bedacht Dr. Sachse, was allgemeine Heiterkeit 
hervorrief. 
„Einer, der an die Treue unserer Frauen 
glaubt!! Ich bitte die Anwesenden sich von 
ihren Sitzen zu erheben.“ Und alle erhoben sich 
auf Helldorfs Aufforderung. Nur Freudenheim 
blieb sitzen. „So ehrt der ‚Tisch der Jungen‘ 
den Herold weiblicher Tugend!“ Und man ließ 
ihn leben. 
„Und ich trinke auf die Frauen“, erwiderte 
Dr. Sachse und leerte sein Aleglas. 
„Die treuen oder die untreuen?“ fragte 
Fleischer. 
„Jede ist untreu, wenn der Richtige kommt“, 
rief Helldorf dazwischen. Und sehr aufrichtig 
setzte er hinzu: „Gott sei Dank.“ 
Ganz ohne Grund, denn längst dachte nie- 
mand mehr an Freudenheims Braut, schrie der 
in unfreundlichem Tone: 
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