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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Der kugelrunde, .dicke Kopf schoß so grade 
empor, daß er fast nach hinten überlag und 
breite Falten in den feisten Nacken grub. Wie 
ein Rekrut auf das Kommando: Achtung! Be- 
reit zum Ohrfeigen! Es hatte etwas durchaus 
Provozierendes, wie er so dasaß. 
„Ganz ohne persönlich werden zu wollen,“ 
meinte mit einer. knappen Verbeugung Dr. 
Sachse, ein trefflicher junger Jurist und Self- 
mademan, der einzige vielleicht in diesem Klub, 
„dieses frühe Heiraten ist doch recht bedenklich. 
Wie soll ein Mädchen in dem Alter schon im- 
stande sein, eine für ihr ganzes Leben so wich- 
tige Entscheidung zu treffen ?“ 
„So ist das nicht,“ meinte Fleischer, der 
kleine Assessor, „entscheiden tun in unseren 
Kreisen ja doch schließlich die Eltern nach 
Zweckmäßigkeit, und das ist auch ganz 
verständig. Denn mit der Liebe ,..“ 
„Armeleutesache‘, fiel ihm Delfft ins Wort 
und suchte Dr. Sachse in seinem Bemühen, 
das Thema wieder auf neutralen Boden zu 
führen, zu unterstützen. „W ir haben bei unserm 
Monatswechsel Zerstreuung genug und können 
auf das bißchen Liebe gern verzichten. Wenn 
nur Familie und Geldpunkt stimmt, können wir 
schon froh sein, — na, und überfroh, wenn das 
Mädchen dabei noch manierlich aussieht und 
unsere Interessen, sei’s nun für Sport, für 
Reisen oder für sonst ’was teilt.“ 
„Oder für Mode“, sagte einer. Denn Delffts 
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