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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

sich nur mit den Erscheinungen der Hypero- 
hysterie zu beschäftigen, um für jede, aber auch 
jede Erscheinung aus den Hexenprozessen eine 
völlig erschöpfende Erklärung zu finden. Und 
darum müssen wir uns von diesen Dingen, 
wenn wir noch den Anspruch erheben wollen, 
für ernst genommen zu werden, losreißen. Die 
Tatsache bleibt nun einmal bestehen, daß die 
Zeiten vorüber sind, in denen sich (wie durch- 
weg im Mittelalter) die seelischen Offen- 
barungen auf dem Gebiete des religiösen Lebens 
vollziehen. Das Christentum ist innerlich über- 
wunden; daß eine bewundernswerte Organi- 
sation die Kirche noch auf lange Jahre hinaus 
vor ihrem Zusammenbruch bewahrt, ändert 
daran nichts. Sie können unbeschadet ihres 
Fortbestandes auf Grund der Forschung un- 
widerlegbar nachweisen, daß ihre sämtlichen 
Voraussetzungen fortfallen: einige werden be- 
fehlen, die Mehrheit wird sich nur um so enger 
zusammenschließen. Solange sie nicht etwas 
Neues schaffen, was die Lücke füllend an seine 
Stelle tritt, bleibt alles beim alten.‘ 
„Warum suchen wir denn nicht den Satanis- 
mus an seine Stelle zu setzen?“ fragte die Vi- 
comtesse. 
„Weil der heutige Satanismus keine Religion 
der Massen, sondern immer nur die weniger 
Bevorzugter sein kann. Nicht an der Zahl seiner 
Anhänger, sondern seiner Opfer ist seine 
Macht zu messen. Seine Anhänger, das heißt, 
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