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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Der wirkliche Teufel, das persönliche Böse, 
wird er erst, wenn der Mensch ihn in das Be- 
wußtsein hineingelassen hat. Es ist ein über- 
menschliches Prinzip, welchem durch den Men- 
schen zur Existenz verholfen wird, eine ver- 
suchende und verführende, eine besessen 
machende und inspirierende Macht. 
Was jeder fühlt und sieht, spricht schon im 
Jahre 1776 der Gießener Professor Köster aus. 
Der sagt: „... ich schlage die weltliche Ge- 
schichte nach und finde beinahe nichts als 
glückliche Schandtaten. Warum gibt es die 
göttliche Gerechtigkeit, die bei seiner Vor- 
sehung vorausgesetzt wird, zu, daß der Un- 
Sschuldige unterdrückt und gemartert wird, da 
im Gegenteil der Bösewicht emporsteigt? 
Warum werden so viele Millionen Menschen 
unglücklich gemacht, um den Ehrgeiz eines 
einzigen zu befriedigen? Warum sind die Güter 
dieser Erde so ungleich? Warum erstrecken 
sich Landplagen nur auf dieses oder jenes 
Volk? Wo ist hier Gerechtigkeit zu sehen? 
Wenden Sie dieses auf die Lehre vom Teufel 
an, ich gestehe Ihnen, ich weiß nicht, warum 
er in der Welt ist und Gott ihm so viel Gewalt 
gelassen hat.“ 
Es ist nicht unsere Sache, diesen Gründen 
nachzuspüren. Genug, es ist so. Wir haben 
uns einfach an das Tatsächliche zu halten. 
Eine Macht, die zweitausend Jahre lang un- 
angefochten besteht, keinen Aufwand mit 
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