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II. Teil II.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Und wer an des Teufels Reich nicht glauben 
wollte, wurde dazu gezwungen. Roskoff er- 
zählt, daß Wilhelm von Edelin, Prior von St. 
Germain, der gegen die Wirklichkeit der Hexen- 
fahrten gepredigt hatte, vor dem geistlichen 
Gerichte Abbitte tun und bekennen mußte, daß 
er im Auftrage des Teufels gepredigt habe, als 
er erklärte, die Hexerei sei ein Ding der Ein- 
bildung. 
Und da es trotz alledem vielleicht noch je- 
mand gab, der mit des Teufels Künsten nicht 
recht vertraut war, so erschien zu dessen Be- 
lehrung (und Bekehrung) im Jahre 1458 das 
Flagellum haereticorum. Die Bespeiung des 
Kreuzes, die Schändung der Hostie, die fleisch- 
liche Vermischung mit den bösen Geistern wird 
hier so verlockend geschildert, daß jeder, der 
eine empfindsame Phantasie besitzt, aus Neu- 
gier diese seltsame Messe besuchen wird. 
Und Innocenz VIII. gebührt der Ruhm, die 
offizielle Thronrede des Teufels, die ihm kein 
Minister besser hätte herstellen können, ver- 
Faßt zu haben. Auf Grund seiner Bulle: Sum- 
mis Desiderantes, der Mutter alles Hexen- 
wesens, entstand der Hexenhammer; auf Grund 
des Hexenhammers wurden acht Millionen: 
Menschen, darunter neun Zehntel 
Schuldlos, von der katholischen Kirche hin- 
gemordet. Daß es neben Johann Weier vor- 
nehmlich ein Teufelsgläubiger, der Rechts- 
gelehrte Godelmann war, der als der ersten 
aß 
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