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II. Teil II.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

nisse und eines inneren Verhältnisses ein sach- 
liches Urteil abgegeben; man vermag Gutes 
selten von Besserem zu unterscheiden und ist 
daher in erster Linie mit daran schuld, wenn auf 
allen Gebieten künstlerischen Schaffens heute 
die Größe des Erfolges durchaus kein Maßstab 
für die Güte eines Kunstwerkes ist. Denn wie 
man’s in der Jägerstraße anstimmt, so tönt’s in 
hundert westlichen Familien wider, die zwar 
nicht heilig sprechen und verdammen können, 
die aber doch zu den wenigen gehören, die in 
den Kunstausstellungen kaufen und in einem 
weiten Bogen um jede Leihbibliothek herum- 
gehen. 
Man verfährt bei der Aufnahme — wenigstens 
in der Praxis — hier nach anderen Gesichts- 
punkten als beim Klub der Aristokraten in der 
Schadowstraße., Setzt in der Jägerstraße die 
Aufnahme auch ein gewisses Niveau der Fa- 
milie und gute Finanzen voraus, die in der 
Schadowstraße leicht durch ein lückenloses 
Pedigree ersetzt werden, so prüft man selbst 
durch den bestsitzenden englischen Gehrock 
hindurch noch den Charakter des Kandidaten, 
während dort die Güte der Uniform auch die 
Qualität des Trägers gewährleistet. Hier wie da 
natürlich Ausnahmen. In der Schadowstraße 
die Aufnahme vom Grafen aufwärts gesichert. 
In der Jägerstraße die Söhne der Großen auch 
ohne moralischen Befähigungsnachweis ge- 
duldet. Hier wie überall: je mächtiger der Pro- 
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