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II. Teil II.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

eine kleine Rosette befestigt hatten. Es war 
ihr ein leichtes, den Saaldiener zu täuschen 
und in den Vortragsraum zu gelangen. 
Die Beleuchtung schien ihr übertrieben. Die 
Augen, die man unwillkürlich zudrückte, taten 
weh und erschwerten eine genaue Betrachtung 
des Publikums. Die Bühne, die — und wohl 
nicht für diesen Abend — tief in den Saal 
hineingebaut und etwa fünf Meter breit war, 
lag unbeleuchtet. Einen Vorhang sah man 
Nicht. Plötzlich erlosch auf ein Glockenzeichen, 
das an den Gottesdienst der katholischen Kirche 
mahnte, das Licht im ganzen Saale und zwei 
Diener trugen vier schwere silberne Leuchter, 
in denen meterhohe Kerzen brannten, und 
stellten sie auf einen langen Tisch, der in der 
Mitte der Bühne stand, und ebenso wie die 
Wände mit schwarzem Tuch belegt war. Im 
Hintergrunde wurde ein Bild sichtbar. Paul 
Gauguins Christus. Eine Kopie in der dop- 
pelten Größe des Originals. 
Ein neues Klingelzeichen, und der Abbe& er- 
schien; im Frack, eine große rote Rosette im 
Knopfloch, Viele klatschten laut in die Hände; 
er trat hinter ein kleines Rednerpult, das in 
einiger Entfernung hinter dem Tische stand, 
machte eine leichte Verbeugung und begann: 
Meine Damen und Herren! 
Einiges vom Teufel. Die tausendjährige 
Amtszeit Christi ging längst zu Ende. Auf 
Grund welchen Rechtstitels regiert er noch? 
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