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I. Teil XXI.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Scherben, die mit ihr in die Tiefe stürzten, 
vernahm sie fallend noch deutlich: „Vater 
unser, der du bist im Himmel, ...“ — und es 
begleitete sie wie der Gesang von Engeln, die 
sie umschwebten, bis sie auf dem Steinhaufen 
niederschlug. 
„Ein Wunder!“ sagten die Ärzte; zwei Finger 
waren gebrochen und der rechte Fuß; inner- 
lich war nichts verletzt. 
Als der Bischof Hilde am nächsten Tage 
im Krankenhause besuchte, sagte die Schwester, 
die sie pflegte: 
„Mit ihr ist Gott.“ 
Der Bischof nickte, legte seine Hand auf 
Hildes Stirn und sagte: 
„Gott wollte sie noch nicht“, und ernst setzte 
er hinzu: „Noch war sie nicht gut genug für 
Gott.“ 
Hilde quälte sich mühsam in ihren Kissen 
empor; zum ersten Male schlug sie die Augen 
auf, und mit einem Munde, um den ein schmerz- 
liches Lächeln lag, flüsterte sie leise: 
„Sagen Sie lieber: noch war sie nicht schlecht 
genug für den Teufel.“ 
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