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I. Teil V.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

widerwärtig — „mit dir, mein Schatz, da ist das 
natürlich etwas ganz anderes.“ Sie sah ver- 
ächtlich zu ihm hinüber. „Ein feiner Reinfall 
war das! Das also war die ganze Herrlichkeit! 
Dafür habe ich mich drei Jahre lang mit dir 
herumgeschleppt und mit dir“ — sie verzog vor 
Ekel den Mund und spuckte aus — „Pfui 
Deibel! Du hast dich die Sache nicht viel kosten 
lassen. Aber du irrst, wenn du dir einbildest, daß 
ich einen Tag auch nur länger mit dir zu- 
sammenbleibe, als dein Geld reicht.“ 
„Und ich erkläre dir, daß wir von heute ab 
von unsern Zinsen leben und keinen Pfennig 
mehr vom Kapital anrühren.‘“ 
„Darf man die Höhe dieser Zinsen erfahren ?“ 
„Gewiß, dreißigtausend Mark.“ 
„Monatlich ?“ 
„Jährlich.‘ 
„Köstlich! Ich sage ja, Hermsdorf; vier 
Zimmer und Küche, eine Schneiderin im 
Gartenhaus und zum Abendbrot belegte Brote.“ 
Sie schüttelte sich, als ob sie etwas Ver- 
dorbenes im Munde habe und wehrte mit der 
Hand ab- 
„Für dich, mein Lieber, — zu dir mag das 
passen. Ich danke!“ 
Auf Behr, der gewiß wenig empfindlich war, 
wirkte dieser Auftritt so abstoßend, daß jede 
tiefere Regung für Traute, die ihn bisher bei 
jedem Streite schließlich doch immer wieder 
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