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I. Teil II. Aus Hildes Tagebuch

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

schüttet, um so komischer wird er. Er dankt 
immer, indem er Mama die Hand küßt, und.das 
sieht aus, als ob ein Elefant Pfote gibt. Mama 
hat ihm das beigebracht. Ich finde das köstlich. 
Man kann mit ihm spielen und ihn behandeln 
wie eine Puppe. Was dem armen Menschen 
alles vorgeschwindelt wird, spottet jeder Be- 
schreibung. Wäre Lügen nicht unschön — 
warum eigentlich?? —, man müßte Mama be- 
wundern! Sie wickelt ihn förmlich in Lügen 
ein. Er ist aber sehr froh damit und Mama er- 
reicht, was sie will. Wer also hat einen Nachteil 
davon? Wenn ich’s bedenke, kann ich es nicht 
einmal so furchtbar finden. 
Behr spricht fast nie. Wenn er aber ’mal 
etwas sagt, dann ist es bestimmt eine Dumm:- 
heit. Ich wälze mich dann vor Lachen. Mama 
aber klopft ihn zärtlich auf die Schultern und 
sagt: „Laß nur, mein Junge, in ein paar Mo- 
naten habe ich dir das alles beigebracht.‘ 
„Er soll dressiert werden?“ fragte ich, wor- 
auf Mama vor Wut aufsprang und mich in mein 
Zimmer schickte. 
Emma sagt, er wäre ein Prolet, und ihr Jo- 
hann, der bei Schinskys zweiter Diener ist, 
wäre ein Kavalier dagegen. 
Nachts kam Mama noch in mein Zimmer, 
machte Licht und setzte sich auf mein Bett. 
„Du bist einen Tag verständig wie ein fertiger 
Mensch, mit dem man über alles reden kann, 
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