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I. Teil XVIII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

was dagegen spricht. Ich habe das sichere Emp- 
finden, daß der Bischof zustimmen wird.“ 
„Und ohne mich sollte es nicht gehen, 
Hilde ? 
„Nur durch die Vereinigung ‚männlicher Be- 
stimmtheit und Schärfe mit weiblicher Milde 
ruht und schifft das Kind wie am Zusammen- 
flusse zweier Ströme‘; Sie wissen, wer es ge- 
sagt hat, und Sie haben es mich gelehrt, haben 
es mich zu einem Zwecke gelehrt, auf dem 
gewiß weniger als auf dem unsern die Gnade 
Gottes ruhte.“ 
„Sie haben nie Kinder erzogen; es ist schwer 
und mühsam; und es ruht darauf eine Ver- 
antwortung, die schwerer ist als irgendeine 
andere. Es will in vielen Jahren erlernt sein.“ 
„Nein! nein! es will empfunden sein. Nur 
nicht wieder wie damals, als ich den Glauben 
lernen sollte, aus wissenschaftlichen Büchern 
erlesen: Wie erziehe ich mein Kind? Hinein 
in jedes Kinderseelchen führt die Liebe. Frei- 
lich, man muß selbst kindlichen Herzens sein, 
um sie zu verstehen; und man muß sie lieben, 
wenn man sie recht behandeln will.“ 
„Es ist ein Entschluß, der Ihnen alle Ehre 
macht, Hilde.‘ 
Sie wehrte ab. „Lassen Sie das; Sie wissen, 
es ist genug Egoismus dabei.“ 
„Aber es wird Mühe machen und Jahre 
dauern, ehe man so weit sein wird, daß man be- 
ginnen kann. Und was bis dahin —“ 
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