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I. Teil II. Aus Hildes Tagebuch

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

recht unrecht war. Hätte ich die Folgen ge- 
ahnt, ich hätte es sicher nicht getan. 
Als wir nach Hause kamen, lag Mama auf 
der Chaiselongue und hatte Weinkrämpfe. 
Scheußlich sah sie aus! Alt und häßlich. Und 
kann doch so schön sein, wenn sie sich her- 
richtet. 
Als Miß und ich ins Zimmer traten, fing sie 
noch lauter an zu schreien, stürzte sich auf 
mich und drückte und herzte mich ganz un- 
bändig. Wie eine Hundemutter ihre Jungen. 
Dann ging sie auf Fräulein los und schimpfte 
so häßlich, wie ich es seit Papas Tode nicht 
mehr von ihr gehört hatte. „Frauenzimmer“ 
und „Umhertreiben‘“ und sie solle ihre Sachen 
packen und sich wegscheren; mir war von dem 
Auftritt schwarz vor den Augen. Mama sah so 
gefährlich aus, daß ich zuerst die Wahrheit 
von der Uhr nicht sagen wollte. Als ich aber 
Miß sah, die wie versteinert, aber stolz und 
ohne ein Wort zu erwidern, Mama ansah, da 
gestand ich, daß ich die Schuldige war und 
die Uhr zurückgestellt hätte. Nun ging Mama 
auf mich los. Sie wollte mich in eine Bes- 
serungsanstalt sperren; ich würde noch einmal 
auf der Straße enden. Dann packte sie mich 
und zerrte mich hin und her, bis es mir gelang, 
mich loszureißen und in mein Zimmer zu 
flüchten. 
In meinem Zimmer traf ich Miß, die ihre 
Sachen packte. Ich bat sie zu bleiben, denn sie 
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