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I. Teil II. Aus Hildes Tagebuch

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

alle Tage kommt. Papa ist tot und ich werde 
nie zu einem andern Manne Papa sagen. 
Seit der Amerikaner da ist, ist immer Geld 
im Hause. Und wenn Rechnungen kommen, 
werden sie bezahlt. Der große silberne Kasten 
ist auch schon zurück. 
Emma meint, ihr wäre der Amerikaner schon 
recht, sie bekäme nun wenigstens ihren Lohn 
pünktlich, wenn’s auch ’ne Schweinerei sei. 
Ich soll ein Fräulein bekommen. Der eklige 
Amerikaner will’s, damit Mama ungebundener 
ist. Ich binde sie doch gewiß nicht. Bin froh, 
wenn sie nicht da ist. Denn entweder schimpft 
sie auf Papa und Großmutter und ist häßlich 
zu mir oder sie küßt mich ab und drückt mich 
halb tot. Das tut sie aber nur, wenn ein Brief 
von der Bank kommt oder eine Einladung von 
Frau Generalkonsul Deutz. Die wäre sehr fein, 
sagt Mama, und bei ihr verkehrten lauter Grafen 
und Barone. Aber das verstünde ich nicht, dazu 
wäre ich noch zu dumm. Das wäre für später, 
Wenn ich aber ein neues Kleid anhabe, und 
Linke mich hübsch frisiert hat, dann tobt sie 
mit mir durch die Zimmer und küßt mich ab. 
„Unter einem Großfürsten tun wir’s nicht“, 
sagte sie neulich zu Linke, stellte mich vor den 
Spiegel und hing mir ihren sämtlichen Schmuck 
um, so daß ich kaum atmen konnte. 
Dann denke ich immer an Papas letzte Nacht 
und an die Märchen. Das tue ich überhaupt 
oft. Wie schön war das! Manchmal wünschte 
D
	        
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