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I. Teil XIII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Sie hat nichts! Das Ganze ist eine Revanche 
Helldorfs für gestern abend. 
Als Hilde seine Erregung sah, bereute sie 
ihren Schritt; aber es war ihr nicht gegeben, 
auf halbem Wege stehen zu bleiben. 
„Es tut mir leid; aber ich will, daß Sie’s 
wissen. Er hat Sie hintergangen. Er hat Ihnen 
etwas verschwiegen.‘“ Sie trat dicht an ihn 
heran und sah ihm fest in die Augen. 
„Er hat mich verführt; ich war seine Ge- 
liebte! — Vier Wochen lang!“ 
Die Erleichterung, die der Graf bei dieser Er- 
öffnung empfand, war so gewaltig, daß Hilde, 
die einen Ausbruch des Entsetzens erwartet 
hatte, mit noch größerem Ernste fortfuhr: 
„Es macht Ihnen Ehre, Graf, daß Sie Ihrem 
Freunde solchen Verrat nicht zutrauen. Und 
es tut mir um so mehr leid, — wirklich! es 
tut mir weh, — daß ich Ihnen diesen Kummer 
bereiten muß.“ Nach einer Weile fuhr sie fort: 
„Sie werden ja nun wissen, was Sie zu tun 
haben.“ 
Das wußte er ganz und gar nicht. Er fühlte 
wohl, daß er den Eindruck eines Schwerver- 
wundeten machen mußte, eines, dessen Herz 
sich in Schmerzen wand. Und das wollte ihm 
durchaus nicht gelingen; so freute er sich, 
daß seine Befürchtung grundlos gewesen war. 
Wie hatte er Helldorf das auch zutrauen 
können; Helldorf hatte sich immer anständig 
gegen ihn gezeigt, und im stillen leistete er ihm 
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