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I. Teil XII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

dich“, fügte sie schwer, und mehr für sich, 
nach einer Weile hinzu. Und: wie eine Be- 
freiung klang es, als sie sich zusammenraffte 
und bestimmt, doch nicht ohne Innigkeit, sagte: 
„Das hättest du nicht tun sollen.“ 
„Die. gesellschaftliche Position. des Grafen 
Arenstorff ist weit besser als die meine ...“ 
Er ‚erzählte ihr alle Vorzüge dieser Ver- 
bindung und glaubte, da sie teilnahmslos und 
unbeweglich dastand, daß sie endlich das 
falsche Spiel aufgab und, gleich der Mutter, 
ihre. freudige Überraschung nicht länger ver- 
bergen wolle. Und da er das glaubte, so kränkte 
es ihn von neuem, auf diese Frau, deren Leiden- 
schaft nur Heuchelei und deren Hingabe nichts 
als kluge Berechnung gewesen war, soviel Auf- 
merksamkeit und Rücksicht verwandt zu haben. 
Wenn sie jetzt etwa noch seine Verstimmung 
merkte, so war seine Niederlage vollkommen. 
Nein!’ Sie sollte glauben, daß auch sein Gefühl 
nie beteiligt war und daß er ihrer Werbung, 
deren. Nebenabsichten er von Anfang an durch- 
schaute; nur-aus Zeitvertreib und Laune ge- 
folgt war. . 
Aber Hilde hörte nicht, was er erzählte... Erst 
als er jetzt nahe an sie herangetreten. und in 
einem Ton, der wie Hohn klang, zu ihr sagte: 
„Und dann..... sieh mal, ist das nicht auch 
‘was: wert! Er liebt dich .. .“ da fühlte sie, daß 
er die ganze Zeit versucht hatte, sie zu kränken. 
„Willst du nun endlich aufhören, mir von 
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