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I. Teil II. Aus Hildes Tagebuch

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Miesoloch verkuppelt werde, einen Tyrannen, 
vor dessen Grausamkeit die Völker zittern.‘ 
Sie stand auf. Fast drohend rief sie: ‚Bat ich 
dich darum um die Größe und die Macht, daß 
ich als Königin mein eigenes Blut vor der Ge- 
walt nicht schützen kann? Gib sie einem Bett- 
ler, der sie liebt, und ich will dir danken bis 
zu meinem letzten Tage. Nimm mir die Krone, 
die mir nichts als Sorge brachte! Treibe mich 
aufs Feld, daß ich mich selbst ernähre! Aber 
errette mein Kind! — 
Bin ich zu dir gekommen, kamst du nicht 
zu mir und fordertest, ich sollte wählen? Was 
wußte ich denn vom Leben, was von der Macht? 
Jetzt kenne ich beides.‘ 
Gott kam zur Zweiten. 
Jeder in der Stadt kannte ihren Namen und 
allerorts pries man laut ihre Schönheit. 
‚Bist du: zufrieden?‘ fragte sie Gott. ‚Du 
bist so schön, daß, wer nicht zu dir betet, dich 
beneidet.‘ 
‚Was habe ich von meiner Schönheit, wenn 
du mir die Gabe, mich ihrer zu freuen, ver- 
sagtest? Ich vernehme, was sie mir sagen, und 
weiß, daß sie glücklich sind, wenn ich sie er- 
höre. Ich selbst aber bleibe kalt und fühle 
nichts. Andere Frauen, selbst wenn sie krumm 
gewachsen und häßlich waren, jubeln, wenn 
deine Sonne scheint und deine Bäume blühen. 
Sie finden ihr Glück in den Armen des Mannes 
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