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I. Teil IV.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

‚Wohl bin ich die mächtigste. Aber wenn du 
mir schon die Macht gabst, warum machtest 
du mich nicht auch so schön, daß ich meinem 
Gatten vor allen andern Frauen gefiele? An- 
fangs, da liebte er mich, und seine Zärtlichkeit 
war mir mehr wert als alle Macht und aller 
Reichtum, die er mir schenkte. Dann aber ließ 
seine Sorgfalt nach, und nun vernachlässigt er 
mich und buhlt mit den Frauen des Hofes. So 
verweine ich meine Nächte, ohne Schlaf zu 
finden. Hilf mir, großer Gott, und gib mir seine 
Liebe wieder!‘ 
Gott sprach: ‚Schenkte ich dir nicht Sohn 
und Tochter, die stark und schön und der Neid 
mancher Mutter sind?“ 
Sie schüttelte wehmütig den Kopf. ‚Einen 
Sohn? Nein! Den habe ich nicht. Wohl 
Schenkte ich dem Könige einen Knaben, den 
aber nahm er mir früh schon von meinem 
Schoße, um ihn das Kriegshandwerk zu lehren. 
Kaum daß er Mutter sagen konnte. Aber einen 
Sohn? Er ist der Prinz, ich bin die Kö- 
nigin. Aber das alles will ich ertragen; denn 
all das muß wohl so sein. Aber meine Tochter! 
Errette sie!‘ 
‚Was ist mir ihr? Gibt’s eine Jungfrau im 
ganzen Lande, die schöner ist als sie?‘ 
‚Sie liebt einen Prinzen, vor dessen Bildung 
die Weisesten im Reich sich beugen. . Nun 
aber verlangt der König und sein Rat, daß sie 
in des Reiches Interessen an den Barbarenkönig
	        
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