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I. Teil XI.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Abgott aller jungen Mädchen war. Bereits beim 
Kaviar hatte er gefragt: 
„Essen gnädiges Fräulein gern Kaviar?“ und 
die arg verstimmte Hilde hatte geantwortet: 
„Wollen Sie das bei jedem Gang fragen?“ 
Da dies durchaus in seiner Absicht gelegen 
hatte, so geriet er gleich bei Beginn des Abends 
in arge Verlegenheit. Doch ihm kam Rettung. 
Der Geist seiner Väter verließ ihn nie. 
„Gnädige interessieren sich gewiß für Musik ?“ 
„Danke, ja“, gab sie zur Antwort. 
„Gnädige haben dann gewiß auch ‚Sardana- 
pal‘ gesehen? Kolossal, nicht wahr ?“ 
„Einfach pyramidal!‘“ erwiderte Hilde. Sie 
war entschlossen, statt sich über die Zumutung 
eines solchen Tischherrn zu ärgern, das Ganze 
humoristisch zu nehmen. Und sie unterstützte 
diese Absicht, indem sie mehr als es ihre Ge- 
wohnheit war, dem Alkohol zusprach. 
„Kolossal bunt, nicht wahr?“ fuhr er fort. 
„Sie haben eine glänzende Beobachtungs- 
gabe, Herr Graf.“ 
„Jewohnheit, Jnädigste. Farbensinn prägt 
sich aus, wenn man von früh an nur Uniformen 
um sich sieht.“ 
Hilde seufzte. „Wie himmlisch!!!“ sagte sie. 
„Von Kindheit an nur Uniformen zu sehen!!“ 
und sah ihn mit schmachtenden Augen an. 
Er war das gewohnt und fand es durchaus 
natürlich. 
„Die hakt!“ sagte er halblaut zu sich.
	        
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