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I. Teil XX.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

deren Schönheit heller strahlt als die meine. 
Kann ich nur die Schönste sein, so verlange ich 
nichts mehr.‘ ‚Auch deine Bitte‘, sprach Gott, 
‚will ich erfüllen.‘ 
Gott kam zur Dritten; die sprach: ‚Ich liebe 
dich, Gott, und ich liebe deine Sonne und deine 
Tiere und alles, was du groß und frei geschaffen 
hast. Ich will all das immer lieben, an allem 
mich immer freuen dürfen, vor niemandem 
mich beugen, niemandem dienen müssen als 
nur dir. Will die Wege gehen dürfen, die mir 
gefallen. Will Ich sein dürfen bis zu meiner 
letzten Stunde. Dafür lasse ich dir alle Kronen 
und alle Schätze und alle Schönheit der Welt.‘ 
‚Du verlangst viel,‘ sprach Gott, ‚aber du ver- 
langst weise. Ich will auch deine Bitte erfüllen.‘ 
Nach Jahren beschloß Gott zu erforschen, 
wie die drei Töchter mit ihrer Wahl zufrieden 
waren. Er ging in das Schloß des mächtigen 
Königs Morses, der über die halbe Erde herrschte 
und dessen Reichtum unermeßlich war. Er 
hatte die älteste der Schwestern zur Frau ge- 
nommen und, eine Königin, saß sie auf einem 
goldenen Sessel in einem Saale, der von tau- 
send Lichtern strahlte, Sklaven und Dienerinnen 
ihr zu Füßen. Als Gott eintrat, fuhr sie zu- 
sammen, erhob sich und ließ die Dienerinnen 
sich entfernen. Dann warf sie sich Gott zu 
Füßen und weinte bitterlich. ‚Warum klagst 
du, erfüllte ich nicht deine Bitte, bist du nicht 
die mächtigste Frau im ganzen Reiche?“ 
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