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I. Teil IX.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

ich Ihnen heute..als der erschienen, der .ich 
gestern war“ — er schüttelte den Kopf, — 
„nein! Nie wäre ich dann der Mann, der Ihnen 
helfen könnte. — Sehen Sie das Bild hier neben- 
an“, sagte er mehr zu Miß gewendet, die, ohne 
aufzusehen weiterlas und anstandslos beide in 
den Salon gehen ließ. 
Hier nahm er Hildes Hand und er tat traurig, 
daß Hilde das, was sie hier sah, für seine wahre 
Natur gehalten hatte. Der Eindruck, den er 
jetzt machte, war ernst und glaubhaft. 
„Und du konntest glauben?“ sagte er mit 
einer Stimme, die fast verzweifelt klang. Er 
stand ihr jetzt gegenüber, hielt ihre beiden 
Hände, und sah ihr in die Augen. 
Sie antwortete ihm nicht; aber ihr war doch, 
als hätte sie ihm unrecht getan. 
„So hast du also nicht gefühlt, wie sehr ich 
mich beherrscht und was ich die ganze Zeit 
über gelitten habe? Ich mußte teilnahmslos 
und gleichgültig tun, um Miß in die vertrauens- 
selige Langeweile zu versetzen, der ich jetzt 
dies Alleinsein mit dir verdanke.‘“ Und voll 
Zärtlichkeit fuhr er fort: „Du mußt erst mein, 
und immer wieder mein sein! ... Du!“ 
Als er sie an sich drückte, wehrte sie leicht, 
aber sie zitterte vor Erregung: „Und dann . . .“ 
„Dann?“ fragte sie und sah ihn an mit ihren 
schweren Augen, die weniger groß und lebhaft 
als zuvor, doch‘ weicher und verträumter 
schienen. „Und dann?“ wiederholte sie. 
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