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I. Teil IX.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Wieviel Zucker darf ich Ihnen geben, Miß ?“ 
Hilde fand den Übergang etwas willkürlich, 
der Miß war er willkommen. Aber Helldorf 
fühlte selbst, daß er bisher nicht eben glänzend 
abgeschnitten hatte. 
„Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch so geht 
wie mir, wenn mich irgendetwas beschäftigt, 
wobei mein Empfinden stark engagiert ist, dann 
fehlt mir die Lust selbst für Dinge, die mich 
sonst außerordentlich interessieren.“ Das kam 
etwas gezwungen heraus, beinahe wie eine Ent- 
Schuldigung. 
„Man sollte sich überhaupt nur mit Dingen 
beschäftigen, für die man Interesse hat“, meinte 
Hilde. 
„Wenn man das immer könnte, dann wäre es 
eine Lust zu leben“, erwiderte Helldorf. 
„Das sollte es auch wohl sein, wozu lebt man 
denn sonst?“ 
„Seiner Pflichten uegen, Hilde“, dozierte die 
Miß. 
„Das stimmt doch wohl nur insofern, als es 
sich um Pflichten handelt, die man sich selbst 
auferlegt“, erwiderte Helldorf. 
„Oder die von Gott kommen“, sagte die Miß; 
sie war katholisch, obgleich sie aus Birming- 
häm, und fromm, da England ihre Heimat war. 
„Woher weiß man denn, ob sie von Gott 
kommen?“ fragte Hilde. 
„Das uerden Sie nie begreifen, solange Sie 
keinen Glauben haben. Genau, wie ich die 
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