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I. Teil VIII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Das wünsch’ dir nicht,“ versetzte Dr. Feld, 
„du würdest entsetzt sein. Es ist vollkommen 
verderbt, abgerieben und unrein und erinnert 
in nichts mehr an das Überwältigende, das es 
vor fast ı25 Jahren gehabt haben muß, als 
Goethe es sah.“ 
„Damals war es noch in Bologna“, sagte 
May, der auch in der Literaturgeschichte gründ- 
lich Bescheid wußte. 
„Langsam, bitte!“ sagte Helldorf und hatte 
seinen Bogen schon wieder in der Hand, auf 
dem er eifrig seine Notizen machte. „Wo kam 
es von Bologna aus hin?“ 
„Nach Paris,“ sagte May, „wo es gereinigt 
wurde und das gelbe Kolorit annahm.“ 
„Und wenn du nicht fürchtest, daß so viel 
Bildung unglaubwürdig bei dir wirkt, dann 
kannst du der Dame deines Herzens noch ver- 
raten, daß Wilhelm von Humboldt noch an 
Goethe etwa zehn Jahre nach dem Aufenthalt 
in. Bologna hierüber berichtet hat.“ 
„Sie sind gut orientiert,“ sagte der alte May 
sichtlich erfreut, „das findet man heute selten.“ 
„Wird auch nicht gewürdigt,“ erwiderte 
Dr. Feld, „man bringt andere nur damit in Ver- 
legenheit. Solche Dinge kann man heute nur 
noch verstohlen innerhalb seiner vier Wände 
reiben.‘ 
„Soll man auch“, meinte May. „Das gibt 
doch die höchste Befriedigung. Mir wenigstens 
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