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I. Teil VII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Lassen Sie! Ich bitte Sie. Sagen Sie nichts. 
Ich weiß ja, das schickt sich nicht; gewiß! 
Und Ihre Verantwortung, und überhaupt zu 
einem Herrn in die Wohnung. Und sechzehn 
Jahre! Also bitte lassen Sie’s! Sagen Sie mir, 
daß Sie mich lieb haben, Sie haben es mir so 
oft gesagt, dann weiß ich auch, daß Sie es 
mir nicht abschlagen. Ich muß hin! Und ich 
gehe hin! Geschieht es in Ihrer Begleitung, nun, 
so ist der Moral wenigstens notdürftig Genüge 
geschehen. Und glauben Sie mir: ich lerne 
bei ihm mehr als bei Stahl, und ich 
weiß, was ich verantworten kann. — Nun, Sie 
tun’s?1“ 
„Was bleibt mir übrig?“ 
Hilde fiel ihr um den Hals und küßte sie. 
„Ich wußte, daß Sie mich lieb haben.“ 
Miß schüttelte sehr unzufrieden den Kopf: 
„Sie bringen mich in eine arge Zwangslage, 
was bleibt mir anderes übrig ?“ 
Frau Traute riß erregt die Tür auf: 
„Hilde, dein Ritter!“ 
„Wer?“ fragte sie. 
„Affchen, verstehst du nicht? Aber mehr 
Haltung als gestern bitte ich mir aus. — Zeige 
mal, wie du aussiehst? Na,“ Frau Traute 
lächelte befriedigt, „du kannst dich schon sehen 
lassen. Miß, gehen Sie mit nach vorn, ich 
komme gleich nach.“ 
Hilde wurde rot, stürzte aus dem Zimmer 
und rief: 
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