Path:
I. Teil VII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

damit verbanden, sagten es ihr. Aber sie glaubte 
nicht, daß äußerliche Vorzüge ihm viel be- 
deuten könnten. 
Oder ahnte er, was in ihr vorging? Sie hatte 
ihm viel erzählt. Ihm alle Leiden geschildert. 
Die Ängste, die sie quälten — er wußte alles. 
Aber der Glaube, der in ihr lebte, lebte trotz all 
dem Kummer, den die jungen Jahre ihr 
brachten, weiter; ja, sie glaubte noch immer 
an ein Glück im Guten — und diesen Glauben 
kannte er nicht. 
Sie hatte nach Worten gesucht, um ihm auch 
das verständlich zu machen. Ihre Gedanken 
entwickelt und ihn dann gefragt, ob das möglich 
sei, ob es das gäbe —, was sie Glück nannte. 
So wie sie es sah, nach allem, was sie der Vater 
gelehrt hatte. Aus Erlebnissen, großen wie 
kleinen, das Wesentliche fassen, dabei inner- 
lich unbefangen bleiben, eine Überzeugung 
keinem fremden Willen opfern, nach innen 
leben und so: Stellung zur Welt gewinnen und 
persönlichen Sinn in sein Leben legen, der 
jeden Konflikt mit dem Gewissen ausschloß, 
das war ihr Glaube vom Glück. 
Und solange sie mit ihren trüben Gedanken 
allein blieb, schien ihr dieser schwere Weg 
lohnend und erstrebenswert. Sie fühlte dann: 
wollte sie nicht werden wie die Mutter und die 
meisten andern Menschen, nicht auch wie diese 
ihr Leben, ohne sich um dessen Deutung zu 
mühen, ohne Bewußtsein dahinleben, dann 
{1 
4
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.