Path:
I. Teil VI.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Er überlegte, ob er das Blatt wieder heraus- 
reißen sollte; er sah nach, wer dadurch vorn 
noch zum Opfer fiele; es war Nummer 23, 
die junge Frau eines Freundes. Ist das nicht 
weit bedenklicher? fragte er sich. Und damals 
kam ich nicht auf den Gedanken, keinen Augen- 
blick kam ich darauf. Freilich, ich war sieben 
Jahre jünger — ja, bin ich denn so weit, daß 
ich anfange sentimental zu werden? — Unsinn! 
Es bleibt! Und er klappte das Buch zu, legte 
es in sein Fach zurück, schloß zu und klingelte 
nach Henri. Der brachte Pelz, Zylinder und 
Handschuhe, war beim Anziehen behilflich, und 
als er seinen Renauld bestieg, sagte er dem 
Chauffeur: 
„Rauchstraße 17.“ 
VIL. 
Als Hilde des Morgens erwachte und die Ein- 
drücke des vergangenen Abends noch einmal 
durchlebte, hatte sie zum ersten Male seit des 
Vaters Tode das Empfinden, daß sie geborgen 
sei. 
Zwar begriff sie nicht, warum er sich ihrer 
annehmen und sie glücklich machen wollte. 
Gewiß, er hatte ihr gesagt, daß er sie liebe. 
Und daß er die Wahrheit sprach, war sicher. 
Lügen heißt feig sein, und feig war er nicht. 
Sie wußte auch, daß sie schön war. Selbst 
die es nicht nötig hatten und keinen Zweck 
E13
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.